Birr testet – Leinöl: „Leinöl nativ“ von Bio Planète

Tach,

Nach Burgern nun wieder Pellkartoffeln, Quark und Leinöl. Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole: nein, ich esse nicht immer, nicht jeden Tag dasselbe. Nur, jetzt gibt es endlich meine Lieblingskartoffeln, Frühkartoffel aus Zypern. Die heißen auch nicht Spargelkartoffeln. Da muß ich natürlich zuschlagen und bei der Gelegenheit auch mal wieder ein neues Leinöl probieren. Bei Kaufland habe ich letztens geguckt dort gibt es nur Kunella und dann noch eins aus Frankreich. Nein Danke, Leinöl muß aus dem Spreewald kommen, zu mindest in Berlin, aus unserer Umgebung. Die Bio-Läden und auch Edeka zum Beispiel erzählen uns, daß sie Produkte aus der Region (fürchterliches Wort) bevorzugen, kurze Wege und dann sowas, Leinöl aus Rumänien bei der Bio Company, und aus Kladow, aber woher kommt dort die Leinsaat? Das ist wie bei EDEKA, der Kaffee kommt aus einem Umkreis von 30 Km von Berlin oder siehe mein Instagramphoto „Unsere Regionalen Schätze“ bei Allnatura.

Für wie doof halten die uns denn? Die meisten Bio-Läden beziehen ihr Leinöl aus W-Deutschland, aus Bremen, Schwaben etc.

Ich glaube, ich habe das „Leinöl nativ“ von Bio Planète bei Allnatura gekauft, es gibt es aber auch bei der Bio Cpmpany und im Reformhaus. Bio Planète kommt aus Sachsen, die Leinsaat aber aus dem Spreewald, vom Bio-Bauern Hugo Melde. Das Leinöl ist kalt gepresst und aus der ersten Pressung.
Auf ihrer Webseite schreibt Bio Planete darüber:
„Bei diesem kaltgepressten Öl entfernen wir die Bitterkeit auf natürliche Weise durch ein einzigartiges, von uns entwickeltes Verfahren. Verantwortlich für die Bitterkeit sind kleine Eiweißbausteine im Leinöl, deren dreidimensionale Struktur (3D) wir nutzen, um sie herauszufiltern. Unser Leinöl hat dadurch einen angenehm milden, leicht nussigen Geschmack. Die ernährungsphysiologischen Vorteile des Leinöls bleiben trotz 3D-Filtration erhalten.“

Ok, nun wissen wir also endlich, warum manches Leinöl bitter schmeckt. Die Leinölsorten, die ich probiert habe, scheinen ja alle gereinigt zu sein. Sie sind sanfter als das Leinöl meiner Jugend. Sanfter als Neuköllner Ölmühle war, und Kunella jetzt ist.
Ich bin darüber ein bißchen zerrissen. Es gibt eine Tendenz, alles glatt zu machen, Mehlwurm biete das Sonnenblumenbrot auch ohne Kern auf dem Brot an. Schwartau bietet „Schwartau Samt“ an und schreibt: „Ohne Kerne, ohne Stücke: Schwartau Samt Erdbeere ist der cremig-feine Fruchtgenuss“ oder für Appel Pie: „lecker fruchtig und natürlich ganz ohne Stücke“. Geht’s noch? Kommt jetzt alles für Muttis Liebling? Ich esse meine Marmelade nicht, da sind Kerne drin????? Wie bei Autos, wie beim alkoholfreien Bier, alles wird ähnlich, gleich, gibt es keinen Unterschied mehr? Mainstream auch bei Leinöl? Bin ich ein schrecklicher Vater gewesen, der seinen Söhnen das böse, bittere Leinöl auftischte?? Schmeckte das unangenehm? Wenn doch das gereinigte angenehm schmeckt?
Oder anders gefragt: „Was ist denn nun der „richtige“ Geschmack, bitter oder bereinigt?“
Das kann nur jeder selbst entscheiden. Aber Hauptsache, das Leinöl kommt aus Brandenburg, na ja, oder Sachsen.

Und das „Leinöl nativ“ von Bio Planète? Gefällt mir gut. Und ich finde es ist gar nicht so sehr bereinigt, im Hintergrund gibt es eine Spur, eine Ahnung von der traditionellen Bitterkeit. Empfehlenswert.

Morjens

PS.:
Und natürlich lachen sich alle Hersteller wieder tot über den kleinen doofen Thomas, von wegen Spreewald. In der Lausitzer Rundschau lese ich über Kunella in einem anderen Zusammenhang: „Verantwortlich dafür sei eine verunreinigte Charge mit Leinsaat aus Kasachstan gewesen, erklärte Kunella-Chef Lothar Parnitzke.“ Bis gestern wußte ich nicht, daß die Spree auch durch Kasachstan fließt!

Gutgemachte Webseite: http://www.bioplanete.com/de

Alle Photos Thomas Birr ℗ & © 2017 Birr’s World.

 


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