Der Verfolger – Editorial

Wat is denn nu wieda „Der Verfolger“?

Ich habe drei meiner Lieblinge, die mich schon lange in meinem Leben begleiten, als Paten für diesen Blog gewählt: Julio Cortázar, Charlie Parker, Hoagy Carmichael. Warum?  Puh, „darum“ haben die Zwillinge früher auf Warum-Fragen geantwortet. Den einen stelle ich heute schon etwas näher vor. Mit seiner Erzählung ist er der Namensgeber des Blogs.

Erst einmal ist der „Der Verfolger“ eine Erzählung von meinem Freund Julio Cortázar. Dann ist er ein alter Traum von mir. Ich wollte, nachdem ich bei Canzone rausgeflogen bin, einen eigenen Schallplattenladen aufmachen. Der sollte „Der Verfolger“ heißen. Nach einer der besten Erzählungen über Musik, Musik verstehen und Musik machen, die ich kenne. Obendrein ist der Protagonist des Buches, kaum versteckt, Charlie Parker, ein anderer großer Freund von mir.

Ich habe Cortázar angefangen zu lesen, als ich den ersten großen Anlauf nahm, um die lateinamerikanische Literatur kennen zu lernen. Ohne zu wissen, auf was für einen unbekannten Kontinent ich mich da einlassen werde und daß er mich immer wieder einholen wird, zur Zeit bin ich wieder in Santa Maria und lese gerade „Die Werft“, von Juan Carlos Onetti. Damals, allen voran Borges, dessen „Labyrinth“ ich gleich dreimal hintereinander las (in der Ullstein Ausgabe). Das war so etwa 1979/1980.
Vor dem „Verfolger“, habe ich „Rayuela. Himmel und Hölle“ gelesen, ein großer Roman von Cortázar. Manche sagen, sein Hauptwerk. Bereits in diesem Roman geht es oft um Musik. Die Protagonisten hören in den Fünfziger Jazz Platten, 78-ziger natürlich. Und schon damals dachte ich, ich sollte ein Tape (good old days!!!) machen mit allen Stücken, die im Roman erwähnt werden, quasi den Soundtrack zum Buch. Und es gibt noch mehr Bücher von ihm, in denen Musik eine Rolle spielt, z.B. „Louis Ein ganz enormes Cronopium“ ist ein unglaublich liebevoller Text über ein Konzert von Louis Armstrong in Paris 1952. Louis war das erste Cronopium überhaupt, Die „Geschichten der Cronopien und Famen“ gab es später als Sammelband, unglaublich wunderbar, und ich lege es jedem ans Herz. Also Geschichten, die meinen Literatur Kosmos mit meinem Musik Kosmos verzahnen. Zufall, das wußte ich ja vor dem Lesen noch nicht.

Julio Cortázar und Carol Dunlop - wahrscheinlich schreiben sie gerade an dem wunderbaren „Die Autonauten auf der Kosmobahn - Eine zeitlose Reise Paris – Marseille“ (Das Buch hatte ich dann doch vergessen, und die Idee von Paris bis Marseille jeden Parkplatz anzusteuern, auf jedem zweiten zu übernachten, zeigt ihn auch hier sowohl als meinen geistigen Vater als auch praktischen Sinne. Und dann auch ein VW Bus!!!! - Nur das mit dem Vollbart habe ich noch nicht so hin bekommen.)

Julio Cortázar und Carol Dunlop – wahrscheinlich schreiben sie gerade an dem wunderbaren „Die Autonauten auf der Kosmobahn – Eine zeitlose Reise Paris – Marseille“. Das Buch hatte ich dann doch vergessen, und die Idee von Paris bis Marseille jeden Parkplatz anzusteuern, auf jedem zweiten zu übernachten, zeigt ihn auch hier sowohl als meinen geistigen Vater als auch einen im praktischen Sinne.  – Nur das mit dem Vollbart habe ich noch nicht so hin bekommen.

Und dann noch ein VW Bus!


Der Soundtrack blieb eine vage Idee, ich hatte damals noch gar nicht soviel Jazz Platten, als daß ich ihn hätte umsetzen können. Und war zudem in einem etwas andern Jazzuniversum unterwegs. Es gab auch keinen Kumpel, der solch eine Sammlung hatte, und natürlich war ich auch wieder nicht penibel genug, um mir eine Liste zu machen und durch die Plattenläden zu ziehen und die Stücke über LPs zu suchen. Das war eben nicht so einfach damals, heute tippst Du die Titel in Computer ein, guckst in irgendwelchen Online-Diskographien nach und, wenn alles gut geht, bleiben vielleicht zwei/drei harte Nüsse übrig. Auch gebe ich unumwunden zu, damals hatte ich mit Louis Armstrong eher ein Problem, als daß ich ihn ernst genommen hätte. Die Arbeit bei Bote & Bock, die Jahre, und jetzt die Beschäftigung mit frühem Jazz seit vielleicht 10/15 Jahren hat mich erkennen lassen, was für ein außergewöhnlicher Musiker das war. Trotz „Wonderful World“, der alte Kiffer. Außerdem war ich auch dauerhaft klamm und die Musik mußte Ihren Anteil an dem bißchen Kohle immer wieder gegen Bücher, Rauch und Rauch und Trunk verteidigen. Aber nichts ist vergessen, zu den zu vielen Büchern, die ich nach Odessa mitnehme, kommen nun die von Cortázar dazu. Jetzt wird es ernst, inzwischen kann ich gut mit historischer Musik umgehen und gut Titel aufspüren, und die Sammlung ist in dieser Hinsicht auch gut gefüllt, also wird es bald eine Trackliste geben und dann den Soundtrack.

Das Cronopium Louis als junger Spund.

Das Cronopium Louis als junger Spund.

Since I failed to close my store again tonight, everyone knows that it hasn’t worked out yet. Through EfA Berlin as a salesman I ended up at Bote & Bock. That was another path. But none that I regret. I learned a lot there. And that’s most important for me. Every job I’ve had has had to have something that brings me further. And it’s definitely the case that on the average I never last more than 5 years at a job because it always becomes too boring. At least, I’m convinced of this.

Back to the blog. The Pursuer is not forgotten. I’ve re-read it regularly over the years. (Sad but true and maybe a motivation for others to get the book from Bibliothek Suhrkamp (in German). The twins received theirs at Easter. One for 1 cent and the other for 14 cents. Top condition. There are more lying around at amazon).Zu Charlie Parker und Hoagy Carmichael werde ich mich sicher regelmäßig äußern.

Charlie Parker: Alto Saxophon

Bei Charlie Parker bin ich hängengeblieben wegen einer „Sweet Georgia Brown“ Version auf irgendeinem Live Mitschnitt, mindestens Dizzy Gillespie war noch dabei. Ausgerechnet ein Old Time Jazz Klassiker, schon seltsam, wie die Wege manchmal sind. Dann kam die „Afro-Cuban Suite“, natürlich auch wegen Machito, den ich mit seiner Kapelle in der Zeit öfter Live gesehen habe, und ihn und seine Frau und seine Tochter persönlich kennen gelernt hatte (Photos der Enkel ansehen z. B.). Danach die Charlie Parker Verve Aufnahmen mit Streichern. Und dann gab es kein Halten mehr. Dial….. und und und.

Charlie-Parker

Die erste Ten-Inch der Charlie Parker Aufnahmen auf Savoy, mit dem damals jungen Spund Miles Davis. Das David Stone Martin Cover der „with Strings Session“, noch Clef Records.

Hoagy Carmichael: Komponist, Texter, Pianist und Sänger

Welcher seiner vielen Songs mein Lieblingssong ist? Ich denke, nach all den Jahren immer noch „Stardust“. Welche Version? Vielleicht die von Aaron Neville mit Rob Wasserman.

Tom Waits großes Vorbild Hoagy.

Tom Waits großes Vorbild Hoagy.

Meine Lieblings LP von ihm: Hoagy Sings Carmichael With The Pacific Jazzmen, auf Pacific Jazz, PJ 1223, 1957. Johnny Mendel Arranged und Conductor, und natürlich Art Pepper Saxophon!!
Das Photo rechts, lang vor Jerry Lewis hat er das Mic zwischen den Beinen, aber ohne den Kamm in der Hosentasche.

Der Verfolger spricht:

natürlich über Musik, natürlich über Bücher, aber auch von Ausstellungen, Konzerten, Veranstaltungen und natürlich Filme bzw. TV Serien.
Was es so gibt für Augen und Ohren, Herz und Seele.

Kleine Texte zu Dingen, die mir auffallen, ob aktuell oder Retro, völlig egal.

Merci vielmals – Gleich geht es los.

Morjens

Julio Cortazar mit seiner Katze Fanart.

Julio Cortázar mit seiner Katze Fanart.


7 Antworten zu “Der Verfolger – Editorial”

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