… für das Beste im Mann

Tach,

morgens, zum Wachwerden, zwischendurch zum Gedankensortieren, spiele ich am Rechner, ein kleines Kartenspiel, Freecell. Seit Windows 10 gibt es das online, seit einiger Zeit in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Damit einhergehend gibt es jetzt auch Werbung, so nach jedem vierten, fünften Spiel, kommt ein kurzes Filmchen. Andere Spiele, Media Markt, Autos…
Vor drei Wochen hatte ich dann nur, immer abwechselnd, zwei Werbungen. Beide von Braun, sie stellen mir ihren Epilier vor. Und die zweite Werbung ist dann Bibi, die den Braun Epiler in einer eigenen Edition hat. Kauft mann den, kann mann ein meet & greet mit Bibi gewinnen. Zusätzlich zu vier Wochen glatte Haut am Bein, toll. Na, dachte ich, da hat die Zielgruppen-Auswahl endlich mal funktioniert, glatte Beine wollte ich schon immer haben.
Doch nun kommt alles durcheinander, die kantige Fresse von Thomas Müller schiebt sich ins Bild, es folgen andere FCB Spielerkollegen, und alle rasieren sich so toll mit Gillette, das mann auch mal Deutscher Meisterrasierer werden möchte. Ach, dachte ich, langsam kommt ihr drauf, wer hier am Rechner sitzt. Ein Mann, ein Nassrasierer und Sitzpinkler. Ok, Gillette habe ich sowieso, dafür brauche ich die doofen Bayern nicht, für gar nichts brauche ich die. Nun kommt bei Braun wieder Fahrt auf und sie bewerben drei Trockenrasierer, alles Testsieger, alle auf dem Siegertreppchen. Und wer rasiert sich damit? Dortmund. Echt? Lächerlich. Der FCB natürlich, hoher Trainerverbrauch, hoher Rasiererverbrauch? Wenn Gillette nicht glatt genug rasiert und das Weißbier nicht am Kinn runter laufen kann, muß es Braun richten. Oder umgekehrt. Eigentlich ist die Genialität der Bayern doch beneidenswert, schön ausgewogen jeden erreichen und glatt geht das eben am besten.
Doch eigentlich geht es heute gar nicht darum. Wie oft habe ich schon Gillette Werbung gesehen, gehört? Hundertmal, tausendmal? Und immer lief es durch. Jetzt aber ist der Gillette Markenspruch hängen geblieben. „für das Beste im Mann.“ Hört sich toll an, nur für uns, und nur für unser Bestes. Was will mann mehr?
Aber dann, ist der Satz eigentlich doch sehr seltsam und sinnlos. Er klingt nur gut. Für das Beste im Mann, schon mal rein sprachlich, im Mann ist der Bart nicht. Der Bart ist außen, am Mann. Und ist er tatsächlich das Beste von uns? Das, was immer wächst, jeden Tag? – Ich habe ja schon mal meinen Bart gegen Menstruation tauschen wollen, das ist wenigstens nur einmal im Monat und hört irgendwann ganz auf. – „Für das Beste im Mann“. Das beste, warum sollen wir es denn jeden Morgen abrasieren?? Das Beste muß mann doch zeigen, um darauf stolz zu sein. Also, ein total verkorkster Satz.
Morjens


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