Moldova II – Chișinău Nummerschilder

Tach,

Gerade mit Moldova hänge ich fürchterlich hinterher. Ich finde ja Moldawien als Namen schöner. So wie Irländer statt Iren. Unser erster Besuch in Moldova war im Rahmen der „Naher-Osten-Tour“ 2014. Und ich habe noch nicht einmal angefangen darüber zu schreiben. Und bei 2014 wird mir ganz schlecht, das ist doch der Grund gewesen, den Blog anzufangen. Im Frühjahr waren wir in Kroatien und Triest. Im Frühsommer im Wologda-Gebiet und dann kam die Naher-Osten-Tour: Polen, Ukraine (Erster Odessa Besuch!), Moldau, Rumänien, Ungarn und von dort über die Slowakei und Tschechien zurück nach Berlin. So viel dazu.

Wir haben die Verwandten abgeklappert, alle wollten besucht sein. In Chișinău waren wir drei Tage. Nach einer Weile fragte ich Lilija, warum hier auch so viele Autos mit dem Buchstaben K rumfahren. Bestimmt ein Drittel aller Fahrzeuge. Wie denn diese Stadt heißt. Das wußte sie auch nicht. „Immer Fragen“ sagt Larissa dazu, „Immer hat Thomas Fragen zu Dingen, die keinen Menschen wundern oder stören.“ Es hat mich nicht losgelassen, ich habe Lilija gefragt und sie gebeten im Internet nachzusehen. Ergebnis: null.

Dann habe ich beim Spazierengehen gesagt (wir waren gerade an einem Parkplatz, wo die Autos mit C, für Chișinău, und K nebeneinander standen.) bitte frag doch diesen Mann, ob er es uns sagen kann.
Der hat nur gelacht C ist Chișinău, K ist Kișinău. Es hängt damit zusammen, in welchem Stadttheil mann das Auto zuläßt. – So einfach kann es sein.

Das ist natürlich nicht zufällig. Es hängt mit der Umstellung der Schrift zusammen. In der Sowjetzeit war die Schrift auch für das Moldawische kyrillisch, verordnet, es mußten sogar extra Buchstaben entwickelt werden, um alle Buchstaben des moldawischen Alphabets als kyrillische Buchstaben zdarstellen zu können. Nach der Unabhängigkeit ist Moldova vom verordneten Zustand zurück gegangen zur Schreibweise vor der Sowjetzeit. Nun ergibt sich, daß die kyrillischen Namen wieder zurück transkribiert werden müssen. Je nachdem welche Methode mann verwendet, kann das zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Und zu absurden Situationen.
Wir sind gerade zu Besuch bei Remus, dem älteren Sohn von Tante Lena. Sie heißen mit Nachnamen Cioban. Beim jüngeren Bruder Genadi ist der Nachname in Ceban „übersetzt“ worden. Somit ist er also weder Sohn noch Bruder, nach dem Eintrag im Pass. Ich hatte das auch. Birr-Tsurkan, Lilija hat den Buchstaben Ц am Anfang von Tsurkan als Ts übersetzten lassen, zur Auswahl stand Ts oder Z. Die weiche Aussprache der Deutschen von Z (das klingt dann wie Surkan) hat ihr nicht gefallen, weil das zu weit von der richtigen Aussprache war. So steht in meinem deutschen Pass Birr-Tsurkan. Als ich die ersten Visa nach der Hochzeit bekommen habe, haben die Russen das mit zwei Buchstaben rückübersetzt. Ergebnis war, daß ein Polizist bei einer Kontrolle zu mir meinte, die Papiere, die ich bei mir habe, stimmen nicht mit dem Namen im Visum überein und die Hand aufgehalten hat. Seitdem habe ich aufgepasst, daß auch im Visum mein Name richtig steht.

Ein ganz anders Beispiel, was aber gut zu dieser Geschichte passt: Der Vorname von Lilijas Mutter ist Sinaida. In einem Theil ihrer Papiere hieß sie Sinaida, in andern Sinowia. Das resultiert daraus, daß in Moldova die beiden Namen gleich waren, es war egal welcher Name im Pass oder in andern Papieren stand. U. A. stand im Diplom Sinowia, im Pass aber Sinaida. Jetzt mußte sie alle wichtigen Papiere ändern lassen, in Sinaida, weil das der Name im Pass ist, damit das Diplom und anderes zur Rentenberechnung anerkannt wurde. Daraufhin mußte aber Lilija ihre Geburtsurkunde ändern lassen, weil dort auch Sinowia stand.

Soviel dazu.

Morjens


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