Odessa II – Einkaufen auf dem Markt Theil 1

Tach,

Novij Rynok – Der Neue Markt

Am 19. August waren wir nicht nur bei dem Apfelfest. Wir haben auch einen ersten Besuch auf dem Novij Rynok, Neuen Markt, gemacht. Am 22. August haben wir ihn uns dann ausführlich angesehen. Inzwischen bin ich fast täglich dort.

Der neue Markt ist so neu auch wieder nicht. Die Anfänge des Neuen Marktes fallen ind das Jahr 1812. In den 40-er Jahren des ХІХ. Jahrhunderts entstanden die ersten zweistöckigen Handelshallen. nach dem Entwurf von N.S. Kozlov, mit offenen Galerien. Der berühmteste Markt in Odessa ist der Privoz. Der ist neben dem Bahnhof. Im letzten Jahr war ich mit Lilija dort. Eine Bekannte sagte uns, sie kauft dort ungern ein, weil so oft schlechte Ware angeboten wird. Sie hat zwar eine Verkäuferin, die sie fragen kann: „Wer hat heute das beste Huhn, etc.“ aber es ist anstrengend. So richtig kann ein „Westler“ sich das alles sowieso nicht vorstellen. Schon mal die Größe, ich denke, so vier Straßenecken, also nicht ein Karreé, sondern vier Straßen weit. Sagen wir mal der Winterfeldmarkt vom Nollendorfplatz ab, die ganze Maasen und noch ein Stück die Glotz hoch, so breit wie Karreé, der offizielle Teil. Es gibt unzählige Hallen und dann überdachte Stände, dann wieder Stände, die im Freien sind und welche die Container sind. Wie die Ringe des Saturn (der ein Planet ist), sind um den Markt dann noch straßenweise „wilde“ Stände und überall an jeder Ecke sitzen Mütterchen, die verkaufen, was auf der Datscha wächst. An allen Unterführungen, auf den Treppen, überall. Hunde und Katzen sowieso die Menge. Aber auch der neue Markt ist ein ganzer Block. Der „Kleine“ ist immerhin auch etwa 200 mal 200 Meter groß.
Nun Privoz, das gehört der Reihenfolge nach zu „Odessa 0“ bzw. zur „Naher Osten Tour“ in 2014. Kommt, wenn ich so weiter mache, bald. Jetzt also der Neue Markt. Meine Vermieterin Olga sagt dasselbe, und daß sie es Leid sei, dort nach einem Parkplatz zu suchen, den es sowieso nicht gibt. Am Neuen Markt ist alles eine Nummer kleiner, sauberer, offener und man findet einen Parkplatz und er ist näher an der Wohnung.

Auch der Neue Markt ist so wie der große Privoz, wie im Grunde jeder größere Markt hier: es gibt ein fest gemauertes Haus, überdachte Stände, und Stände wie bei uns, die auf und abgebaut werden, mit einer Plane drüber.

Die große Halle

Rechts und links an der Wand sind große, begehbare Kühlschränke. Nicht nur das Fleisch, die Hühnchen, Innereien, auch der Quark, die Butter liegen ja den ganzen Tag offen, nicht gekühlt auf dem Tisch. Von oben ballert die Sonne. (Draußen steht vor jedem dieser Märkte ein Schild: „Salmonellen welcome!“) Ich tät es nicht essen, woher weiß ich, wie oft diese Ware schon hin und her getragen wurde, selbst wenn ich morgens komme? Das ja keine Garantie, daß es frisch ist. Der Fisch liegt auf Eis, stänke wohl auch zu sehr. Der Käse ist in gekühlten Verkaufstheken wie bei uns. Seltsamerweise ist auch das in allen andren Hallen, in denen ich bisher war, so.
Die letzten beiden mittleren Photos zeigen die Käsetheken, an der Stirnseite der langen Tische. Das tote Huhn gehört in die Quark-Butterabteilung, siehe große Bild zum Schluß.

Wir sind um 16.30 angekommen. Da war da schon ein bißchen Tote Hose, in der Regel sind die Stände von 9.00 bis 16.00 Uhr offen, manche bis 17.00, wenige bis 18.00. Ich war heute (31. August.) um 16.00 dort, da waren in der großen Halle schon alle Tische leer, und die Putzleute aktiv.

Doch etwas leer.

Doch etwas leer.

Ein verwaister Kwasstand.

Ein verwaister Kwasstand.

Strom braucht mann.

Strom braucht mann.

Das ist kein Schuhladen, eigentlich, es ist die Toilette.

Das ist kein Schuhladen, eigentlich, es ist die Toilette.

Und immer Pyramiden.

Und immer Pyramiden.

Hier wird schon Feierabend gemacht.

Hier wird schon Feierabend gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vielleicht muß ich anders anfangen, eher was gibt es nicht auf diesem Markt, oder diesen Märkten, auch in Russland. Ihr denkt bei Markt an den Winterfeldmarkt, oder einen Biomarkt an irgendeiner Kirche. So ist das hier nicht, vorsichtig ausgedrückt.
Also, das, was es hier nicht gibt, sind Autos. So. Aber der Rest… Lebensmittel aller Art. Drogerie. Gewürze. Schulhefte. Kwas vom Fass. Cafés und Kneipen. Schuhreparatur, Remont Obuff. (Eins meiner ersten russischen Worte.) Uhrreparatur. Heute habe ich zu meinem Erstaunen gesehen, daß ein Mann eine Autowerkstatt an der Außenseite des Marktes unter dem Hauptgebäude hat. Repariert wird auf der Straße. Körbe, Gläser, Plastikwannen, Elektrohandel, Schuhe, Kleider, Kinderspielzeug, Schmuck, Haustierzeug. Aber immer alles einzeln, nicht ein Haushaltswarenladen der klassischen Art, sondern, der eine hat die Leitern, der andere das Elektrozeug. Sonnabend war ich in einem Laden, der hatte nur Mehrfachsteckdosen und Mehrfachstecker mit Kabel und Glühbirnen. Damit bekommt man auch einen Laden voll. Möbel gibt es auch. Und natürlich, ohne Ende „Baumärkte“, aber auch da, der eine Farben, der andere Zement. Die sind an der Außenseite, zur Straße, damit man alles gleich ins Auto laden kann. Manchmal sitzen die Anbieter der gleichen Ware alle auf einem Haufen. Und dann plötzlich ist man in einer andern Ecke des Marktes und dann ist da doch einer, der eigentlich bei den andern sein sollte.
Für uns ist das ein Durcheinander und es ergibt gar keinen Sinn. Aber nicht ohne Grund ist das zweite Wort neben Rinok im Russischen, für Markt, Bazar. Und natürlich ist alles eng.

Einzelne Stände bzw. Läden

In der Markthalle, die uns am nächsten ist in Petersburg, da ist es auch so. Ich komme rein und rechts im Mittelgang sind die Frauen, die Quark anbieten. Das ist ja auch nicht wie im Supermarkt. Alles verpackt. Nee, auf den Tischen sind Pyramiden mit verschiedenen Quarksorten (verschiedene Fettstufen), so 40 Zentimeter hoch und mann kann probieren. Und dann wird das in eine kleine Plastiktüte abgepackt, nicht etwa in Becher. Aber es sind fünf Frauen, die nebeneinander alle dasselbe verkaufen. Daneben sind die Honigmädchen. Vier. Als ich noch Honig kaufte auf dem Markt, standen sie auf, wenn ich gekommen bin und boten ihre Ware an. Ich suchte eine Sorte, bei einem der ebenso süßen Mädchen wie der Honig, aus. Jetzt sind die andern nicht etwa sauer, sondern ich muß auch bei Ihnen probieren, es hat ja aus ihrer Sicht auch immer geklappt, ich habe dann noch mehr gekauft. Konnte die Süßen ja nicht enttäuschen.

Morjens

 

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Ganz hübsch ist hier zu sehen, die Frauen die Quark, Butter verkaufen, alle habe auch zwei, drei Gläser Honig. Sie sind alle auf einen Haufen in der großen Halle. Die Halle hat eine L-Form. Die Fleisch-Fisch Abteilung ist nicht zu sehen, sie ist oben rechts. – Wer genau hin sieht: jeweils an den Ecken liegt noch ein totes Huhn!


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