Birr macht Sport – Radfahren auf dem Flughafen Tempelhof

Tach,

am Mittwoch den dreizehnten war ich mit Andres in Neukölln unterwegs auf der Hermannstraße, ein bißchen fünfziger Jahre Zweckbauten photographieren, die demnächst abgerissen werden sollen. Anschließend bin ich auf dem Flugfeld vom alten Flughafen Tempelhof mit dem Fahrrad gefahren. Dort war ich am Montag das erste Mal mit Rad. Das hat mir gut gefallen, eigentlich. Ich fühlte mich sehr sicher, breite Wege mit Asphalt, zu diesem Zeitpunkt kaum Menschen, und vor allem keine Autos. Ich bin tatsächlich die ganze Zeit mit Klickpedalen gefahren, das habe ich seit meinem Beinbruch vor sechs Jahren nicht mehr gemacht. Es waren nicht so viel KM, 14. Aber wer das mit den Klickpedalen kennt, weiß natürlich, daß mann sich erstmal wieder dran gewöhnen muß. Und daß es gut auf die Oberschenkel geht. Zu Hause bin ich einigermaßen eirig in den vierten Stock gestiefelt, aber glücklich. Ich denke auch, es ist etwas absurd von Moabit nach Tempelhof zum Fahrradfahren mit dem Auto zu fahren, anderseits: wenn es mich glücklich macht?

Den Flughafen habe ich als Kind geliebt, alles war spannend. Aus unserer Familie bin ich derjenige, der als erster geflogen ist. Heute ist das lächerlich, so lächerlich als würde ich über mein Radio, das ich mit sieben hatte erzählen, als einziger in der ganzen Schulklasse oder über das eigene Telephon das wir 1966 nach dem Umzug nach Kladow bekommen haben (in der Habsburger Straße hatten damals im ganzen Haus zwei Mietparteien Telephon.) Mein erster Flug war mit zwölf von Berlin nach Hannover, eine der vielen staatlichen unsinnigen Subventionen damals. Mit „Student für Europa“ bin ich in ein Lager nach England gefahren, mit dem Zug, von Hannover aus, es war billiger für die uns mit dem Flugzeug von Berlin nach Hannover zu bringen, als mit dem Zug!! Ein anders Mal bin ich mit BA von Berlin nach Bremen geflogen, mein Auto abholen. Eine Propellermaschine! Der Flug war wie eine Autofahrt über Kopfsteinpflaster. Zur Zeit der Mauer durften nur Fluglinien der Alliierten, auch bekannt unter dem Namen Besatzer, nach Berlin fliegen, die legendäre Panam, British Airways oder Air France. Erst danach auch andere. So ist mein letzter Flug von Tempelhof dann weiter gewesen, zusammen mit Dix nach Brüssel einen Drucker ansehen. Der Flug war mit der belgischen Sabena.

Also stellte Andres auf dem Flugfeld die Kamera auf, filmte und photographierte und ich habe versucht, meine Runden zu drehen, zwei ist das erste Ziel. Tja, aber ach…. Nicht nur, daß es regnet und windet wie selten im Spätsommer, ist auf dem Flugfeld schon von Hause aus viel Platz für Wind. Den merkt mann an manchen Stellen gar nicht, so an der Neuköllner Seite an der Oderstraße, aber bei den alten Gebäuden auf der Tempelhofer Seite in Richtung S-Bahnhof, puh, da war ich Schwupps von 24 KM auf 15 und dann auf 11 runter, ein Gefühl, als ob ich stehen bleibe. Getreten habe ich, als ob ich auf den Monte Everest will. Bei erstem Mal bin ich umgedreht und bin einfach den gleichen Weg zurückgefahren. Mittwoch, habe ich diese Stelle gleich ausgespart. Aber der Wind kam so, daß er auch an der Seite der S-Bahn/Autobahn blies. Jammer, jammer. Ich habe aufgegeben. Immerhin 12 KM waren es doch, und komplett eingeklickt. Heute bin ich wieder am Kanal gefahren, auch zu 90% mit Klickpedalen.

Andres hat ein paar schöne Photos gemacht. Es war ein sagenhafter Himmel.

Morjens

Alle Photos von Andrés Jankowski, p & c 2017 Salt & Pepper


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