St Petersburg – Berlin Rückfahrt

Tach,

Diesmal ging alles ganz gut, das Runtertragen war leichter, die Geschenke und die Kontrabande waren nicht mehr im Koffer und alles andere ganz gut verteilt. Alles in allem aber doch spät los. Wie immer. Lilija wollte noch auf eine Stunde ins Büro; wer es braucht. Ich habe sie hingefahren. Ich brauchte aber auf jeden Fall Gas für das Auto, der Tank war komplett leer. Also zu der Tankstelle an der kleinen Newa. Auf der Gegenüberliegenden Seite. Tja. 900 m 1,5 Stunden. Dann kam eine zweite Tankstelle für Benzin, also das auch gleich. Kurs war 1€ zu 90 Rub. Gas 19.50 Rub und Benzin 33.50. Mehr als billig, für unsereinen- Dann noch zu Prisma (finnische Supermarktkette), Kühlmittel kaufen. Und schon waren 2,5 Stunden weg. Dann bin ich doch los und habe aber noch mal in der Wohnung vorbeigeschaut.
Durch die Stadt ging dann alles gut. Eine weitere Stunde, und ich war an der Stadtgrenze. Dort steht eine kleine Kirche, die ich gerne besuche bzw. auf dem Parkplatz davor tatsächlich schon pausiere, anderseits war ich schon fast vier Stunden unterwegs. Der Weg zur Grenze alles gut. So nach Hundert KM hatte ich ein Bedürfnis und habe eine PP gemacht und eine Schokolade getrunken. 10 Minuten?? Als ich raus kam war inzwischen der Motor so stark abgekühlt, daß ich erst einen Weile mit Benzin fahren mußte bis das Gas wieder ansprang. Wahnsinn, minus dreißig schätze ich. Null Uhr dreißig dann an der Grenze, aus irgendeinem Grund war der Bär los, ca. 20 Autos vor mir, und ich bin bestimmt an fünf KM stehenden LKW‘s vorbeigefahren. Das kannte ich bisher nur von der alten Strecke, und dort aber dann richtig, 12-15 KM LKW Schlange. Knapp eine Stunde an der Grenze, alles zügig, selbst die Esten.
Diesmal habe ich an der Stelle, wo ich die Straße nach Tallinn in Richtung Tartu verlasse, endlich photographiert. Das wollte ich schon ewig machen. Für wen brennt die ganze Nacht Sommer wie Winter dieses viele Licht? Es ist so ein Weg von Nirgendwo nach Nirgends. Ich habe noch nie jemanden dort laufen oder Fahrrad fahren gesehen. Sie verballern Energie ohne Ende und das in dem selbsternannten Vorzeigeland der Esten.

Durch Estland, Lettland, Litauen dann sehr langsam insgesamt. Immer mal eine Stunde Powernickmann aber auch viel geknipst. Es war schon um 8 Uhr hell. In St. Petersburg wird es doch jetzt erst immer so um zehn hell und es ist auch um 17.00 Uhr im Winter schon stockfinster.

In Kaunas habe ich im vermutlich schlechtesten, dreckigsten, kältesten Hotel Halt gemacht. Ich war zu müde mir noch was anders zu suchen. Das Ding steht direkt neben der Autobahn. Ein sozialistischer 70ziger Jahre Bau. Alles fällt auseinander, durch jede Ritze zieht es. Den Mantel habe ich vor das Fenster gelegt, den vergammelten Teppich vor der Balkontür (sic!) zusammengeschoben, um den Zug der durch alle Ritzen piff ein wenig abzuhalten. Die Heizung ging schlecht, der Knecht hat mir noch eine zweite Decke gebracht. Allerdings draußen auch minus 25 oder so etwas. Stück Käse, ein Brötchen und eine Flasche Kwas als Abendbrot. Diesen Text angefangen und dann ins Bett. Die erste Stunde war es recht kalt, dann hatte ich das Bett aufgeheizt. Und die Nacht ging. Letztlich gut geschlafen. Da kommt das jahrelange Training in der Einzimmerbude im Wedding wieder zum Tragen, Ofenheizung natürlich. Ich habe ja mein Geld immer lieber für hübsche Dinge ausgegeben als für Holz und Kohlen.

Morgens dann weiter, erst wieder Gas tanken, und ein bißchen Kaffee reinschütten und dann weiter. Zur Strafe war keine schönes Wetter. In Polen, in Suwałki (deutsch Suwalken), Landkreis und Stadt, habe ich dann aber trotzdem ein bißchen photographiert. Weil ich diese Stelle Polens so liebe. Das ist ein großes Storchenland. Katja hat auf einer Fahrt mal siebzig Storche gezählt, die allein neben Durchgangsstraße Nester hatten. In der Stadt, war ich in einem Kaufland (sonntags geöffnet, natürlich, normal) und habe zu meiner Freude vegetarische Produkte gefunden und polnischen Kwas. Beides gekauft und Brötchen und Käse und dann auf zur letzten Runde.

Irgendwann Montag Mittag war ich in dann Berlin. Hätte noch mal ein Hotel nehmen können, aber es wurde immer wärmer und 500 KM oder weniger vor zu Hause ein Hotel, da bin ich zu geizig zu. Von Minus 30 zu plus neun. Nicht schön.

Nun: Er ist wieder da.

Morjens

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