Esthland – Fahrt von Pärnu nach Mändjala auf Saaremaa

Tach,

heute über die Mittagszeit sind wir von Pärnu nach Mädjala auf Saaremaa gefahren. Google sagte, drei Stunden vierzig Minuten, das hat mich sehr erstaunt für die 180 KM weiter. Aber es stimmte dann doch, das Warten an der Fähre, dann das Auschecken und von der Fähre noch einmal 110 KM, da kamen drei Stunden zusammen. Unterwegs haben wir 15 Minuten „Power-Nick“ gemacht. Wir sind durch eine weiche Landschaft gefahren auf der ersten Etappe, von Pärnu nach Lihula, da waren viele Radfahr-Touristen unterwegs, immer zu zweit.

An der Fähre angekommen, dachte ich, mich trifft der Schlag, rechts und links am Ufer lang ein Windrad neben dem andern, ich nenne die Dinger Vogelschreddermaschine. Horror, das in dieser Landschaft, die den Menschen zur Erholung dienen soll. Aber für den Götzen Elektroenergie/Erneuerbare Energie ist ja nichts zu heilig.

Nach der Fähre kommt aber erst einmal Muhu, eine kleinere Insel, die mit Saaremaa durch einen Damm verbunden ist. Übrigens, wenn im Winter die Fähre nicht fährt wegen Eis, fahren die Autos direkt über das Eis. Die Strecke in Saaremaa hat uns dann sehr an Usedom erinnert. Die Bäume, die Wiesen und die Straßenführung. Auf hundert KM war das aber ein bißchen eintönig, zum Schluß gab es mehr Mischwald und viele Birken, trotzdem, das nächste Mal nehme ich nicht die kürzeste Strecke in der Mitte der Insel, sondern fahre auf der küstennahen Linie. Ab Kuressaare wurde es wieder hübscher, weil auch das Meer durch die Bäume blinkte. Kuressaare, interessanterweise steht auf Google Map noch der alte deutsche Name, Ahrensburg, nicht in Klammern, sondern nur Ahrensburg, als Einziger, alle andern sind estnisch. Zwischendurch gab es immer mal wieder kurze Regenschauer. Mich hat das sehr an Irland erinnert, dort gibt es im Sommer keinen Tag ohne kurzen Guss, dann macht es Plopp, die Straßen dampfen und alles ist wieder trocken.

Im Hotel dann ein Update auf ein Zimmer mit Meeresblick und Balkon. Ein bißchen was hochgetragen, Mittag gegessen, ich habe eine Stunde geschlafen und Lilia war schon gleich am Strand. Dann sind wir zurück nach Kuressaare gefahren zum Einkaufen.

Wir übernehmen das Zimmer.

Da gibt es nun ein Problem, im Prinzip zwei: Wir wollten jeweils eine Mahlzeit mit einem Grünen Smoothie ersetzen, ich dachte mir schon, daß es mit Bio und ähnlichem schwer wird. Einheimische Früchte sind eben bis auf die Blaubeeren noch nicht reif, alles andere kommt irgendwoher. Einzig eine Supermarkt-Kette hatte 100g Packungen Salat und Spinat als EU Bio aus Italien. Aber völlig überrascht wurden wir von dem zweiten Problem, das ist das dritte Hotel hintereinander ohne Kühlschrank im Zimmer, nicht mal so eine Mini Bar. Bei diesen Temperaturen wird doch alles schlecht, nicht mal abends einkaufen und bis zum nächsten Morgen aufbewahren geht. Und was soll ich denn kaufen? „drei Salatblätter bitte, eine halbe Aprikose…“ und Milch für den eigens mitgebrachten Morgengruß, hält doch auch nicht. Jammer, Jammer. Wir stecken den Kopf in den Sand und tun so, als ob nichts ist am nächsten Morgen. Ich will aber Urlaub machen und nicht jeden Tag zum Supermarkt fahren. Schleppe ich zum Wasserkocher, Frenchpressing Caffékanne, Theekanne und Smoothiemaker demnächst noch einen transportablen Kühlschrank mit mir rum? Alternative Wohnmobil???? – In ihrer Sprache haben die Esthen einige Lehnworte, die erkannt mann als Nicht-Esthe natürlich, alles andere ist völlig hoffnungslos. Am besten gefällt mir bisher Kämping. Könnten wir glatt ins Deutsche übernehmen.
Morgen früh ins Meer, dann frühstücken, anschließend drehe ich eine Runde mit dem Rad, Lilia legt sich in die Sonne und dann sehen wir uns das Windmühlendorf Angla an.
Lilia hat von der Fahrt heute unterwegs Photos gemacht, die will ich euch nicht vorenthalten.

Bushaltestelle für beide Richtungen!

Morjens

Alle Photos Lilia Birr-Tsurkan, p & c Birr’s World 2018

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