Selbstversuch Saftfasten

Tach,

Heute startet mein Selbstversuch Saftfasten. Genauer ich will Intervallfasten machen. 2/5. Das bedeutet, zwei Tage die Woche wird gefastet, fünf Tage die Woche normal gegessen. Nennt sich Intervallfasten. Ich bin darauf gestoßen, als in der christlichen Großen Fastenzeit ein bißchen rum gesurft habe über Fasten, Heilfasten etc. Da dachte ich: Du kannst doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und fastest sowieso, also auch gleich mal Heilfasten probieren. Mann stößt dann logischerweise auf Heilfasten nach Buchinger, sieben Tage geht das im Grundkurs. Die original Buchinger Klinik, in der es abgehalten wird, gibt es noch. Auf einem Berg mit wohl traumhaften Blick über den Bodensee. Weltberühmt. Von vielen Weltberühmtheiten vor mir schon besucht. Allerdings, nach allem, was ich so gelesen habe, nicht ganz meine Preisklasse. 9 qm Zimmer und ein paar Tausender für die Woche sollen es schon sein. Also habe ich damals weitergesucht und fand dann etwas an der Ostsee, sieben Tage um siebenhundert. Ist ja immer noch ein Stange Geld, aber für ein Hotel direkt an der Ostsee ist es doch ok. Dann kamen aber schon die Abers. Ich dachte, fein, nimmst Du Dein Fahrrad mit, zum nächsten Mcfit sind es auch nur ein paar Kilometer. Also Fasten, Fahrradfahren und Sport treiben. Alles etwas ruhiger, aber Bewegung muß, soll sein. Tja, dann kam es für mich Dicke: „fasten nach Ayurveda, gemeinsames Fastenwandern und abends sitzen wir zusammen und besprechen gemeinsam den Tag…“ Alles, nur das nicht. Aber ohne diesen Gemeinsam-Wahn war nichts zu finden. Das bin ich aber nicht, nicht „mein Ding“. Dazu kommt, bei allen diesen Angeboten, daß sie meinen, mann kann nur Abschalten, wenn das Mobiltelephon aus ist, Internet gekappt… etc. Ich möchte für mich selbst entscheiden, wann ich im Netz bin, wann nicht, wie ich immer sage: „Ich bin schon groß“ und natürlich will ich auch meine Fans an dem was da passiert, teilhaben lassen, meiner Frau schreiben.

Also guckte ich weiter und dann bin ich auf das Intervallfasten gestoßen. Sicher kann mann so eine sieben Tage Buchinger Kur oder ähnliches auch alleine zu Hause machen, doch was ich so gelesen habe, alle, die es alleine tun, haben doch einmal unter Anleitung an solch einem Fasten teilgenommen und haben so eine gewisse Erfahrung, wie es einem dabei geht. Sieben Tage! Ich bin mir nicht sicher, wie platt ich dabei bin, wie mein Körper darauf reagiert. Ich wollte das schon lange Mal machen, aber wie kann ich dabei nebenbei arbeiten, als Außendienstler Kunden besuchen, bin ich konzentriert genug um Auto zu fahren, daran scheiterte das immer. Das sind doch alles Fragen, die mann sich stellen muß. Letztlich hätte es eine Woche Urlaub geheißen und die verbringe ich lieber mit meinen Söhnen statt mit Saft. Heute arbeite ich von zu Hause, da geht es schon eher, ist mir doof, ist mein Bett nicht weit, ist mir noch doofer, ist das Klo nicht weit. Es gibt zwei Möglichkeiten, von denen bei Intervallfasten gesprochen wird, die eine ist 16/8. Das bedeutet 16 Stunden nicht essen, acht Stunden essen. Das war mir zu kompliziert. Ich müßte dann aufschreiben, wann ich schlafen gehe bzw. wann ich das letzte Mal etwas gegessen habe, vor dem Schlafengehen und dann ausrechnen, wann ich wieder futtern kann. Sicher acht Stunden schläft mann sowieso, vier Stunden vorher nichts, vier Stunden danach nichts. Meine Tage sind aber nicht so fest gelegte, daß sie immer gleich wären. Also habe ich mich für die andere Variante entschloßen. Zwei Tage fasten, fünf Tage normal essen. Das liest sich so, daß mann denkt, das schaffe ich auch. Zum Testen ein Wochenende ohne Verabredungen. Lesen, bißchen spazieren gehen, schlafen, schupp sind zwei Tage vorbei. Wer will, kann sich ja auch eine Staffel Game of Thron reinziehen, ist mann auch beschäftigt und die Zeit geht vorüber. Als ich gestern mit Jörn darüber gesprochen habe, sagte der, ja hat er auch schon gemacht, und hatte dann ein Problem, plötzlich war ganz viel Zeit da. Er hat ja nicht gekocht, keine Stullen geschmiert, nicht am Tisch gesessen und in Ruhe gegessen und Zeitung gelesen. Zwei Stunden sind da bestimmt plötzlich frei, die mann noch dazu bekommt, bis der Tag rum ist.
Nun so schlimm ist das nicht. Ich habe gedacht, einen Tag durchhalten ist zu schaffen, zwei verteilte auch. Nach allem, was ich gelesen habe, nehmen Menschen im Laufe eines Jahres bis zu 20 KG ab. Aber alle, die darüber schreiben, sagen auch, daß sie nach einer Weile an den anderen Tagen auch insgesamt weniger gegessen haben. Und so der berühmte Jojo Effekt nicht eintrat. Mein Hauptproblem ist, daß ich immer so viel esse und doch noch Hunger habe. Wie so vieles, mann muß es machen, dabeibleiben, und irgendwann ist es im Lebensrhythmus drin und mann denkt nicht mehr darüber nach – leichter geschrieben als gemacht. Aber realistisch.

Heute also Tag Eins. Auch darüber habe ich mir den Kopf zerbrochen, sieben durch zwei ist schwierig. Also Montag Tag Eins, drei Tage essen, Freitag Tag Zwei, zwei Tage essen. Alles in allem sei es aber egal, ob mann die Tage hintereinander macht oder getrennt, oder nur einen Tag dazwischen, ganz wie es einem gefällt. Für mich hat sich ganz praktisch ergeben, die Säfte halten offen zwei, drei Tage im Kühlschrank. Also werde ich wohl Mittwoch und Freitag nehmen. Das sind eigentlich ja auch feste Fastentage, nur daß die meisten, wenn überhaupt die Große Fastenzeit mitmachen. Für mich war erzwungenermaßen letzten Montag schon ein Test. Nachts bin ich mit Magenkrämpfen, Blähungen aufgewacht und es ging nicht weg. Ich habe morgens um acht Fenchelthee getrunken, ein bißchen Zwieback geknabbert, mich noch zweimal ins Bett gelegt und bevor ich zu meinem Termin ging noch einen halben Liter Brühe getrunken. Erst um 16.30 Uhr habe ich so etwas wie Hungergefühl gehabt, Lust zu essen, oder „Du mußt jetzt was essen“. Eigentlich wollte ich eine zwei Euro-dünn-belegte-Pizza essen, aber nun ist diese Bude auf der Turmstraße auch schon wieder zu. Da gab es dann beim Türken Rührei mit Salat und einen Simit und ein Glas Thee. Zuhause dann zum Abendbrot Miso-Suppe. Ging gut.
Bei dem Saft – Thee – Brühe – Fasten soll mann auf 600 Kalorien kommen, frau 500. Mir ist das für die ersten Male nicht so wichtig. Ich will erst einmal durchhalten. Weniger wird es sowieso. Ich erinnere mich an die Reis-Diät, die meine Kollegen bei Bote & Bock und ich zweimal im Jahr vierzehn Tage machten. Grundrezept zwei Tassen Reis am Tag, erst denkt mann, das reicht nie, aber dann schafft mann diese Menge gar nicht mehr.
So, also heute Morgen Fenchelthee gekocht, den liebe ich, und einen Liter Brühe, das sind laut Angaben auf der Packung für einen Liter 30 Kalorien, könnte ich also zwanzig Liter trinken. Nach allem, was mann liest, soll die Verdauung angeregt werden. Also Augen und Nase zu, und als erstes ein Glas Sauerkrautsaft gekippt. Das habe ich überlebt und während ich hier schreibe, habe ich zwei Tassen Thee getrunken, gleich kommt die nächste. Mit den Mengen Flüssigkeit habe ich kein Problem, in der Regel trinke ich sowieso zwei Flaschen Volvic (3 L) am Tag und einen Liter Caffè mit Milch. Das ist das Härtere für mich als Caffèsüchtigen, zweimal die Woche kein Stoff. Nun stehen viele Säfte hier bereit um eine Mahlzeit zu sein. Ich habe mich für die Gemüsevariante entschieden. Hauptsächlich wegen des Zuckers und der Kalorien, die bei Obstsäften viel mehr sind. So ein halber Liter Gemüsesaft hat im Schnitt 150 Kalorien. Das heißt über den Tag verteilt kann ich vier Säfte trinken. Im Angebot habe ich Tomate, Rote Beete, Gemüsesaft Mix und Karottensaft. Alles Gekaufte. Wir haben seit neustem einen Alnatura Laden gegenüber, da kam die Grundausstattung her, ein Rote Bete Saft auch von Aldi. Alles ist Euro-Bio bis Demeter. Auf Dauer werde ich die Säfte selbst machen und mixen. Ein gekaufter halber Liter Saft liegt bei 85 Cent bis 1,60 €. Das heißt, mich kostet der Safttag überschaubare 6€. Ob ich billiger werde, wenn ich die Säfte selber mache, weiß ich noch nicht. Pesto selber machen ist def. nicht billiger. Gemüsesaft habe ich bisher nicht versucht. Im Prinzip ist es Gemüse zu Brei pürieren und mit Wasser/Brühe zu Saft auffüllen. Ich habe mir ein paar Rezeptbücher bestellt. Probieren und dann selber kreieren.
Vor der dritten Tasse Thee habe ich „gefrühstückt“, ein Glas Brühe auf ex gekippt. Das war nicht gut, und gleich fiel mir auch ein, ich soll die Säfte doch kauen. Also das nächste Glas nippen und kauen. Wir sollen doch auch entschleunigen. Om Om Om.

Was ich aber auch gut finde, wenn ich mich daran gewöhnt habe, ich kann mein Essen mitnehmen, oder ins Büro gehen und habe meinen Saft dabei.
So, noch ein bißchen schlafen, dann wieder Thee und spazieren gehen.

Den Text habe ich vor dem Schlafen geschrieben. Danach habe ich den Rote Beete Saft getrunken und bin ein bißchen spazieren gegangen, zwischendurch habe ich beim türkischen Frühstücksladen auf der Turmstraße einen Thee getrunken und Zeitung gelesen.

Zuhause dann den Karottensaft von Alnatura getrunken. Ging so. Rote Beete Saft war leckerer. Bei Alnatura hatte ich mein Abendbrot geholt, den Gemüse Saft von Voekel in der Flasche. Der war echt lecker. Kostet dann aber auch 2,99, schmeckbarer Unterschied. Jetzt ist es 23.00 Uhr, der Magen hat ein bißchen gebrummt und ich hätte doch gerne in ein Käsebrot gebissen. Flau war mir den ganzen Tag nicht und auch keine Kopfschmerzen. Eine Frau berichtet in ihrem Blog von der „pipi-flatrate“, aber auch das hielt sich in Grenzen. Jetzt abends habe ich mir noch frischen Thee gekocht, Birnenthee.

Ich habe heute wirklich nur Flüssigkeit zu mir genommen und meine Tabletten. Da hatte ich einbißchen Angst vor, daß die vielleicht durchschlagen, aber das ist auch passiert.

Gemüsekomposition von Voekel, hat mir sehr gut geschmeckt. Aber Saft ist nicht Saft. Dieser heißt Direktsaft, dann gibt es noch „Feldfrischen“ (auch die Bio-Firmen verarschen uns nur) und „milchsauer vergorenen“. Schmeckt alles unterschiedlich, kostet alles unterschiedlich. Zu den Säften lasse ich mich bestimmt demnächst aus. Jetzt muß ich mir ein bißchen mehr Abwechslung suchen, z. B. einen Gemüse Obst Mix. Der Klassiker Mohrrüben-Apfel. Aber Rote Beete-Orange wäre schick. Einer davon pro Fasten Tag. Sich selbst einen kleinen Highlight setzen, eine Belohnung, etwas worauf mann sich freut. Auf Dauer läuft es wohl auf die teureren Säfte hinaus. Also selber machen!

Also, das war mein Tag:

0,7 L Fenchelthee – 000 kcal
1,0 L Gemüsebrühe (alnatura) – 030 kcal

0,2 L Sauerkrautsaft, milchsauer vergoren – 20 kcal – 0,40 € anteilig
0,5 L Rote Beete Saft (aldi) – 185 kcal – 0,85 €
0,5 L Karottensaft, milchsauer vergoren (alnatura) – 155 kcal – 0,99 €
0,7 L Gemüse Komposition, Direktsaft (Voekel) – 126 kcal – 2,99 €
0,2 L türkischen Thee – 000 kcal – 1,20 €

3,6 L – 516 kcal – 6,43 €

Morjens

Freitag habe ich bei Alnatura diesen Kuchen gewonnen. Oh, schön kleine Belohnung für Sonnabend zum Frühstück. – Der schmeckt so was von Sch…. Würden alle Süßigkeiten so schmecken, ich hätte kein Problem damit darauf zu verzichten.
Alle Photos Thomas Birr-Tsurkan p & c 2018 Birr’s World

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